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Sanierungsarbeiten an Anlagen und Geräten

SANIERBARE BEREICHE der kaufmännisch-technischen Einrichtung

Lackierte oder kunststoffbeschichtete Oberflächen:
Lackierte Oberflächen sind in der Regel durch Heißwasser-Hochdruckreinigung mit nachfolgender händischer Feinreinigung sanierbar.
Kleinere Flächen werden ausschließlich im Handwischverfahren saniert.

 

Blanke Eisen- und Stahlteile:
Je nach Fortschritt der Korrosion und der Aggressivität der Brandgasbeaufschlagung werden die Arbeitsschritte gewählt.
Grundsätzlich sollten möglichst alle Rußpartikel trocken (durch Absaugen oder Abblasen) entfernt werden.
Es ist darauf zu achten, dass je nach Oberflächenbeschaffenheit, Feingliedrigkeit und  Funktion des zu bearbeitenden Maschinenteiles, entsprechende Sorgfalt angewendet wird.
Bei sauren Beaufschlagungen erfolgt die Grobreinigung mit alkalischen Reinigungsmitteln (nach Vorsprühen).
Die Feinreinigung erfolgt mit neutralen Reinigungsflüssigkeiten bzw. mit Alkoholen im Handwischverfahren.
Zur Passivierung werden phosphorsaure Flüssigkeiten aufgebracht.
Nach Sanierungsabschluss erfolgt in der Regel eine leichte Konservierung mit Korrosionsschutzöl.

 

Elektrische und elektronische Komponenten:
Elektro- und Elektronikbauteile sind in der Regel sehr robust und können nach dem trockenen Absaugen mit Pinselunterstützung im Hochdruckverfahren saniert werden.
Zur Anwendung gelangen Hochdruckgeräte mit Drücken bis zu 200 bar und extrem geringem Flüssigkeitsaustritt.
Nach Abschluss der Reinigung erfolgt noch eine künstliche Austrocknung (z.B. im Trockenschrank).
Entscheidend für den Sanierungserfolg sind neben der Qualität der Bauelemente (Dichtheit, Unempfindlichkeit gegenüber Lösungsmittel, etc.) die Erfahrung und die technische Ausstattung des Sanierungsunternehmens.
Aufgrund der Weiterentwicklung auf der technischen Ausstattungsseite haben sich die wirtschaftlichen Aspekte stark zu Gunsten der Sanierung verschoben.Elektrosanierung - jpg

 

Kombinierte Maschinen- und Fertigungszentren:
Die Sanierung erfolgt sehr ähnlich wie die Sanierung von Elektrogeräten.
Wichtig ist, dass jeder mm² von den aggressiven Brandgasen gesäubert und entsprechend neutralisiert wird.
Bei diesen Tätigkeiten sind immer De- und Remontagen notwendig. Aus diesem Grund können nur speziell geschulte und umsichtige Fachkräfte derartige Sanierungsarbeiten durchführen.
Eine umfangreiche Dokumentation mit Hilfe von Digitalfotos und detaillierten Beschriftungen ist unumgänglich.
Die Beiziehung des betrieblichen Instandhaltungsverantwortlichen ist eigentlich selbstverständlich.Fertigungszentrum_saniert - jpg

 

Kabeltrassen und Versorgungsleitungen:
Auch Kabeltrassen und Versorgungsleitungen sind entsprechend ihrer Oberflächen zu behandeln.
Bei unproblematischer Umgebung erfolgt die Sanierung im Heißwasser-Hochdruckverfahren mit anschließender händischer Nachreinigung.
Metallische Oberflächen werden entsprechend konserviert.

 

Gummi, Kunststoffe, etc.:
Gummi und spezielle Kunststoffe dürfen keinesfalls mit Lösungsmittel und Alkohol in Verbindung kommen.
Die Sanierung erfolgt mittels Neutralreiniger.

 

Großmaschinen:
Großgeräte und Großmaschinen (z.B. Papiermaschinen, Druckereimaschinen, Plattenpressen, etc.) werden in der Regel im Heißwasser-Hochdruckverfahren mit anschließender händischer Feinreinigung saniert.
Für die Sanierung im Hochdruckverfahren sind umfangreiche Sicherungs- und Abdeckarbeiten (elektrische Komponenten, wie Schalter, Elektromotoren, etc.) notwendig.
Beim geringsten Verdacht auf thermische Verformung sind entsprechende Vermessungsarbeiten durchzuführen (nach der Grobreinigung).

 

EDV-Hardware:
Nach Durchführung der Sofortmaßnahmen bzw. Verbringung in Bereiche, die nicht vom Brandschaden berührt wurden, ist die relative Luftfeuchtigkeit auf unter
40 % zu senken
.
Danach erfolgt die planmäßige Sanierung, wie bei den elektronischen Komponenten beschrieben.

 

Nach den Sofortmaßnahmen und der richtigen Lagerung sind unverzüglich Spezialunternehmen einzuschalten (gemeinsam mit dem EDV-Betreuer).

 

Stoffe und Textilien:
Stoffe und Textilien sind nur dann sanierbar, wenn sie entsprechend weit vom Brandherd entfernt waren und die Brandgase in diesem Bereich keine aggressiven oder toxischen Bestandteile beinhaltet haben.
Im Extrahierverfahren kann eine erfolgreiche Sanierung durchgeführt werden.

 

Brandgeschädigte Schriften, Bibliotheksgut, Archive, etc.:
Schäden an Schriften treten in sehr unterschiedlicher Form mit entsprechend verschiedenen Auswirkungen auf.
Selten werden Schriften vollkommen durch Hitzeeinwirkung vernichtet.
Ein großes Problem bei Papierwaren ist die Austrocknung des Papiers durch Hitzeeinwirkung, da dies nicht sofort als Schaden erkannt wird.
In der Regel werden Schriften jedoch durch Brandruß und Brandgase in Mitleidenschaft gezogen. Trockene Rußniederschläge können abgesaugt oder abgeblasen werden.
Ölige und schmierige Beaufschlagungen sind nur dann erfolgreich zu beseitigen, wenn zuvor aufwendige Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Die Behandlungen erfolgen dann durch Spezialfirmen im Mehrstufenverfahren, wobei die Geruchsneutralisation ein entscheidender Bestandteil ist.
Eine Geruchsneutralisation kann z.B. auch durch die Behandlung mit Ozongeneratoren erfolgen. Vor allem bei Firmenarchiven gelangt eine derartige Ozonisierung nach vorangehender trockener Reinigung zur Anwendung.
Oftmals werden die geschädigten Schriftstücke auch kopiert und neu abgelegt.
Sollten Schriften durch Löschwasser stark durchfeuchtet sein, gibt es spezielle Möglichkeiten, wie z.B. das Trockengefrierverfahren, mit denen die Schriften wieder saniert werden können. Diese Methode ist jedoch äußerst kostspielig und nur bei entsprechend alten und wertvollen Büchern verwendbar.

 

Nirosta-Sanierung:
Nirosta-Material darf keinesfalls mit Eisenatomen in Verbindung kommen.
Bei den Sanierungsarbeiten ist peinlichst genau darauf zu achten, dass ausschließlich eisenfreie Werkzeuge zur Anwendung gelangen (Kunststoffspachtel, Nirosta-Drahtbürsten, …).
Die Entfernung von Korrosionsprodukten erfolgt in der Regel auf chemischem Weg.

 

Die Problematik bei derartigen Einrichtungsgegenständen ist, dass die Farbimprägnierungen durch wachsähnliche Beschichtungen erfolgt sind.
Diese Schutzwachse werden durch die Hitzeeinwirkung weich, so dass sich die Rußpartikel einbetten können.
Für eine Sanierung muss diese Wachsschicht entfernt werden, was meist nicht ohne Beschädigung der Malereien erfolgen kann.

Eine Überarbeitung der Malerei und Erneuerung der Wachsimprägnierung ist eine äußerst aufwendige Angelegenheit und kann zudem nur von Spezialrestauratoren durchgeführt werden.

Bauernkasten - JPG

 

Geschirr und Porzellan, Glas:
Gebrannte und glasierte Gegenstände, sowie Glas sind ohne Weiteres komplett sanierbar.
Probleme, die manchmal mit Vergoldungen auftreten können, lassen sich durch entsprechend sorgfältiges Arbeiten vermeiden.

 

Reifen für Kraftfahrzeuge:
Reifengummi enthält sehr viel Schwefel, der bei der Verbrennung Schwefelgase bildet, die in weiterer Folge zu „Schwefeliger Säure“ reagieren.
Die Korrosionsbilder bei Beaufschlagung metallischer Oberflächen sind sehr ähnlich wie bei einer Chloridkorrosion. Lediglich das „Endlosphänomen“ ist bei „Schwefeliger Säure“ nicht gegeben.

 

Lüftungsleitungen und –kanäle:
Hier unterscheidet sich die Sanierung in begeh- und bekriechbare Lüftungskanäle und in solche, die mittels Gestänge und Roboter saniert werden müssen.
Bei den nicht begehbaren Leitungen werden zur Erreichbarkeit aller Oberflächen Revisionsöffnungen eingebaut.
Selbstverständlich sind alle Filtermatten in den Gebläseeinheiten auszuwechseln.
Besonderes Augenmerk ist auch den Brandschutzklappen zu widmen.

 

Aluminium und verzinkte Oberflächen:
Derartige Materialien sind mit äußerster Sorgfalt und nur nach entsprechender Probesanierung an nicht einsehbaren Stellen in Angriff zu nehmen. Saure Brandgasbeaufschlagungen setzen diesem Material besonders zu.

 

 
NICHT SANIERBARE BEREICHE der kaufmännisch-technischen Einrichtung
 
Lebensmittel - egal ob verpackt oder unverpackt - dazu zählen auch verschlossene Getränkeflaschen und ungeöffnete Konserven, da es unter dem Verschluss zu Schmutzablagerungen kommt (durch Brandruß oder aber durch die Reinigung)
Kinder- und Babywaren
Spielzeug
Kosmetikartikel
Textilien in starker Abhängigkeit von der Entfernung zum Brandherd
Kraftfahrzeuge
Reifen nach Hitzeeinwirkung
 
In der Regel ist nach einem Brandereignis in einem Supermarkt beinahe alles Entsorgungsgut. Eine Ausnahme ist meist das Gefriergut in eigens abgeschlossenen und beim Brandereignis nicht beschädigten Kühlzellen. Dies jedoch nur, wenn die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Die Entscheidung wird in der Regel von den zuständigen Herren der Behörde (Lebensmittelinspektorat) getroffen.